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Was bedeutet Demenz und welche Entstehungsursachen sind bekannt?

Was ist eine Demenz?

Demenz ist der Oberbegriff für ein Krankheitsbild, das mit Veränderungen der geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten zusammenhängen. Die Ursache der Erkrankung liegt im Gehirn, was sich durch den unterschiedlich langsamen bis sehr schnellen schrittweisen Verlust der Gedächtnisleistung zeigt.

 

Die Mediziner sprechen von einem Demenzsyndrom, d.h. es zeigen sich beim Betroffenen mehrere Krankheitszeichen gleichzeitig. Da sich diese Symptome in unterschiedlicher Ausprägung zusammen zeigen, wurden mehrere Demenzformen benannt.


Welche Krankheitszeichen gibt es bei der Demenz?

Als Hauptsymptom gilt die Gedächtnisstörung. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten, wie Erinnerung, Sprache, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten. Der Verlust führt dazu, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können.


Was bedeutet langsames und schrittweises Auftreten der Krankheitszeichen?

Langsam bedeutet, dass der Betroffene zunächst keine starken Einschränkungen spürt. Die Auswirkungen von Demenz zeigen sich erst über einen längeren Zeitraum. Schrittweise bedeutet, dass sich die Veränderung der Fähigkeiten schleichend verschlechtern.


Wie wirken sich die Demenz auf die alltägliche Lebensführung aus?

Das Bewusstsein eines Demenzerkrankten ist nicht eingetrübt. Dennoch führen die Veränderungen der Gedächtnisleistungen zu Beeinträchtigung im sozialen und beruflichen Bereich.

 

Krankheitsursachen

Die Ursachen der Demenzerkrankung sind vielfältig. Rund 1 Million Menschen leiden allein in Deutschland an einer Demenzerkrankung. 700.000 davon sind an Alzheimer Demenz erkrankt, bei der in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen zu Grunde gehen. Bei etwa 200.000 Demenzkranken wird das Gehirn durch Durchblutungsstörungen dauerhaft geschädigt (vaskuläre Demenz). Seltenere Formen und Mischformen machen den verbliebenen Anteil aus.


Was sind die häufigsten Ursachen?

Demenzerkrankungen treten überwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf, in den meisten Fällen nach dem 65. Lebensjahr. In unserer heutigen Gesellschaft wächst die Wahrscheinlichkeit alt zu werden und mit zunehmendem Alter an einer Demenz zu erkranken. Mehr als die Hälfte der an Demenz Erkrankten leidet an der Alzheimer-Krankheit, das sind in Deutschland etwa 700.000 Menschen. Etwa einer von zehn der über 65-Jährigen, etwa zwei von zehn der über 80-Jährigen und bereits drei von zehn der über 90-Jährigen Menschen leiden an der Alzheimer-Krankheit. Die Betroffenen und ihre Angehörigen teilen ihr Schicksal also mit vielen anderen. Speziell die Alzheimer Demenz ist also eine Erkrankung des älteren Menschen; sie ist keine normale Alterungserscheinung. Wenn man davon ausgeht, dass besonders die Zahl der Hochbetagten zunimmt und um 2030 jeder dritte Bundesbürger älter als 60 Jahre sein wird, kommt eine große Herausforderung auf pflegende Familien, Kostenträger, Altenpflege und auf unsere gesamte Gesellschaft zu.


Ist die Demenzkrankheit vererbbar?

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, ist bei Verwandten ersten Grades etwas höher als in der übrigen Bevölkerung. Es kommt jedoch eher selten vor, dass in einer Familie mehrere Personen an Demenz erkranken (Ausnahme s.u.). Früherkennungsuntersuchungen für Verwandte ohne Krankheitszeichen werden bislang nicht empfohlen.

Auftreten bei jungen Erwachsenen: Eine bestimmte Form der Demenz kann bereits im frühen  Erwachsenen-alter auftreten. Betroffen sind Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Diese Form der Alzheimer Demenz beruht auf einer Veränderung im Erbgut (Gene) und kann – muss aber nicht – an die Kinder weitergegeben werden. Deshalb ist es bei dieser im früheren Lebensalter auftretenden Form möglich, dass mehrere Familienmitglieder erkranken. Diese Form der Demenz ist zum Glück extrem selten.


Gibt es Risikofaktor an Demenz zu erkranken?

  1. Es gibt Hauptrisikofaktoren, die das Risiko an eine Demenzerkrankung begünstigen:

  2. Ein hohes Lebensalter. Die meisten Demenzdiagnosen werden ab dem 80. Lebensjahr gestellt. Es gibt aber auch Demenzformen die im früheren Lebensalter auftreten.

  3. Depressionen gelten als Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz angesehen.

  4. Erkrankungen, die das Herz und die Gefäße belasten, sogenannte kardiovaskuläre Krankheitsbilder, wie Bluthochdruck, Nierenschwäche, Fettleibigkeit und Diabetes mellitus.

  5. Tabakgenuss ist ebenfalls ein möglicher Risikofaktor für Demenzerkrankungen.

 

Hier können Sie die Informationen als PDF herunterladen: Was bedeutet Demenz und welche Entstehungsursachen sind bekannt?